Montag, 5. November 2012

5.11.12 Sie predigen Wasser u. verteilen Wein


5.11.12 War Krise gestern? Die Ergebnisse des Koalitionsgipfels erscheinen auf den ersten Blick nobel. Doch, sind die Kosten gegenfinanziert? Wie hämmert mir Muttern ein? Spare in guten Zeiten, dann musst du in den Schlechten nicht hungern. War Krise wirklich gestern? Der Schwachpunkt einer Demokratie ist, dass die Parteien mit immer neuen Verschuldungen auf Wählerfang gehen. Das nenne ich Raubeinkapitalismus. So baute sich in der demokratisch geprägten Welt ein Schuldenberg auf, der sich seit über 60 Jahren immer höher schaufelt. Selbst vermeintlich reiche Staaten wie Japan und die USA können ihre Staatsdefizite nur noch ausgleichen, in dem sie immer mehr Kapital über die Finanzierung per Notenpresse in den Weltfinanzkreislauf spülen. So droht uns eine weltweite Inflation, denn Geld, das in die Welt hinausspaziert, lässt sich nur noch schwerlich einfangen, es sei denn über harte Sparzwänge, welche die Wirtschaft extrem in die Knie zwingt. Irgendwann ist der Zenit erreicht. Es reißt der Faden der Schuldenprolongation. Griechenland könnte nur der Vorhof gewesen sein, wenn auch deutsche Politiker verblendet so weiterwursteln. 2012 jubelt Deutschland über eine Boomphase inmitten einer gesamteuropäischen Rezession. Der Grund ist der Vertrauensvorschuss, der der Nation in der europäischen Mitte noch zu Gute kommt. Deutschland ist temporärer Gewinner einer weltweit voranschreitenden Krise, die verblenden könnte. Die deutschen Bundesbürger konsumieren. Mit Recht. Wissen sie doch nicht, was mit ihrem Geld in der Zukunft passieren wird. Und mit Recht, frißt doch bereits die Inflation nach Abzug der Abgeltungssteuer bei miesen Zinsen rund um den Nullmeridian an ihrem sauer Ersparten. Die Geldentwertung hat über den Kaufkraftverlust bereits eingesetzt. Die Preise steigen mehr, als an Wert im Sparvermögen haltbar ist. Das nennt man Inflation. Die weltweit voranschreitenden Ursachen des Finanzdebakels nicht global angepackt und eingedämmt programmiert den ganz großen Finanzcrash zwangsläufig vor. Noch drückt der Flaschenhalssog globales Kapital in das germanische Land in Europas Mitte. Weil Vertrauen in den deutschen Fleiß und seine Zuverlässigkeit  noch Kapital weltweit anzieht. Doch wie lange noch? Kapitalströme können sich über Nacht drehen, ihre Richtung wechseln. Brechen die Aufträge aus dem Ausland einmal weltweit ein und versiegt zugleich der globale Kapitalfluss ins deutsche Ländle, dreht sich der Zyklus schnell von der Hausse in die Baisse, vom Yang ins Yin. Wolfgang Werkmeister, Eschborn