Mittwoch, 18. Juli 2012

19.7.12 Sind Eu-Rettungsschirme angebracht u wann?


19.7.12 Sind die EU-Rettungsschirme gerechtfertigt und wann? Die neuen Rettungsschirme sind erst in Ordnung, wenn die ursächlichen Fehler der Krise aufgearbeitet sind und der Schutt beiseite geschafft. Die wahren Ursachen der Krise liegen weit vor dem heute. Nur wer die Ursachen kennt, kann sie auch bekämpfen, heißt es. Siehe Buch Raubeinkapitalismus Finanzkrise, wohin führst Du? Von Wolfgang Werkmeister. Mit dem Nachkriegs -Tagesrekordcrash von 1987 haben die Märkte schon im letzten Jahrhundert erste Warnsignale ausgestoßen. Doch wurden die Signale nicht verstanden. Kaum hatte sich der Kanonenrauch verzogen, wurde munter weiter spekuliert. Und die Spekulation wurde ausgebaut. Die auf die Märkte geschwemmten Geldmengen, sie wuchsen und wuchsen seit den 80er Jahren. Da lässt sich von den Spekulanten leicht mit Milliarden u Billionen global herumschaufeln und um sich werfen. Niemand aus dem Kreis der verantwortlichen Politiker wollte die ursächlichen Auslöser einer Krisenwelle wahrnehmen, die sich heute zu einem fast unbeherrschbar dampfenden Misthaufen auf dem Eurohof aufgebaut haben. Lernen kann man nur, wenn man die Fehler von gestern aufarbeitet, sie nicht wiederholt und heute wie morgen nicht mehr über seinen Verhältnissen lebt. Eine Lehre, die eigentlich schon aus den Folgen der „goldenen 20er Jahre“ mit ihrem Megacrash im Oktober 1929 mit all seinen Konsequenzen gezogen werden müsste. Leben in Saus und Braus führt schon immer final zum Absturz. Es muss zuerst das korrigiert werden, was die Krise ursächlich ausgelöst hat. Und, erst müssen die Einzelländer ihr eigenes Haus in Ordnung bringen. Auch Deutschland. Zugleich sollte man über Kontrollen u Regularien für die Staatshaushalte und die Bankensteuerung nachdenken. Erst dann, wenn alles im Reinen ist, darf ein Rettungsschirm für spätere, möglichst ausschließbare Sündenfälle gespannt werden. Nicht aber vor Aufarbeitung der Fehler. Denn wer die Sparvermögen der Fleißigen anfrisst, darf mit keiner Euroeuphorie mehr rechnen, muss sich eher auf ein unfreundliches Europaklima einstellen. Sonst wird Scharfmachern und Ausbremsern die Vorfahrt gelassen. Eine neidische Gesellschaft erlaubt keine Almosen an Verschwenderstaaten. Das ist mal so. Drum Vorsicht, erst müssen die Schuldnerstaaten die sich selbst gelegten Steine aus dem Weg räumen, bevor sie an den Zapfstellen von Rettungsschirmen nippen dürfen. Nach getaner Aufräumarbeit ist ein gemeinsamer Rettungsschirm, auch ein gemeinsamer Einlagensicherungsfond dann gerechtfertigt, wenn genügend Vorsorgemaßnahmen sein Aufspannen weitgehend verhindern können. Und, ein Nationenfinanzierungsausgleich per europäische Transferunion zwischen den EU-starken und schwachen Ländern funktioniert genauso wenig, wie dies der Länderfinanzierungsausgleich in Deutschland tut. Er ist ein Aufruf für die Verschwender, auf Kosten der Fleißigen ohne Motivation zur Besserung in den Fressnapf zu fassen. So kann man sich es nur erklären, dass in Deutschland eine Minderheit eine Mehrheit von Bundesländern ewig stützen muss. Und so würde es auch in Europa passieren, wenn es zu einem Nationenfinanzierungsausgleich über eine Transferunion käme. Die Folge: Europaverdruss bei den starken Ländern.